Impressionen aus vergangener Zeit

179 Jahre Schützenverein Nordlünen-Alstedde

Anlässlich dieses Jubiläums fragt man sich, gibt es eigentlich eine Chronik oder sonstige schriftliche Auszeichnungen aus der Gründungszeit ?
Dies muss für unseren Verein verneint werden. Schon 1984 stellte sich zum 150 jährigen Jubiläum der damalige Ehrenpräsident Paul Wahlers diese Frage.
Anhand seiner Unterlagen, sowie eigener Recherchen, wird erneut versucht, die Geschichte Altlünens, sowie die des Schützenvereins aufzuarbeiten.
Wie alt die Gemeinde Altlünen ist, kann mit einer genauen Jahreszahl nicht beantwortet werden. Doch in einer Urkunde aus der Zeit um 900 n. Chr. werden die Bauernschaften „südliunon“, (Südlünen), „nordliunon“, (Nordlünen), „alstedi“, (Alstedde) und „wedmere“, (Wethmar) namentlich in einer Urkunde des Klosters Werden genannt.
Im Bereich der Lippe siedelten sich die vier o.g. Bauernschaften an. Jede Bauernschaft bestand aus 8 – 10 Gehöften.
Durch diese Bauernschaften führte zu dieser Zeit auch eine wichtige Handelsstraße und zwar der Hellweg, der von Dortmund her kommend nach Münster und weiter nach Norddeutschland führte. Da die Lippe zu der Zeit auch die Grenze zwischen den Bistümern Münster und Köln war, wurde hier auch im Bereich einer Furt eine Zollstelle eingerichtet. Die an der heutigen „Persiluhr“ aufgestellte Ochsengruppe soll an diese damalige wichtige Handelsstraße erinnern.

Die Entstehung der Schützengemeinschaften, bzw. Schützengilden geht bis in das Mittelalter zurück, dem Zeitalter von Gilden und Zünften.
Zum Aufgabengebiet dieser Vereinigungen gehörte es, bei Aufruf durch den Landesherrn für Verteidigungszwecke, aber auch für Jagden und bei Feuerbränden zur Verfügung zu stehen.
So wurden sog. Wehrgruppen, bzw. Landwehre gebildet, die diese Aufgaben übernahmen.
Diese Vereinigungen unterteilten sich in sog. Rotten, die aus wehrfähigen Männern aus der unmittelbaren Nachbarschaft bestanden.
Das Kommando über diese Vereinigungen hatten zwei Offiziere, die „Vorgänger“ genannt wurden. Diese ließen die Schützen zusammenkommen, wenn es erforderlich war.
Wenn die Schützen ihrer Bestimmung gerecht werden wollten, die Stadt und ihre Bürger zu schützen, mussten sie sich in Friedenszeiten fortlaufend im Waffengebrauch und Schießen üben, um die erforderliche Sicherheit zu erhalten. Diese Übungen wurden also nicht aus Vergnügen, sondern zur Vorbereitung auf den Ernstfall abgehalten und um eine wehr- und waffentüchtige Mannschaft heranzubilden.
Übungsplatz war meist der Stadtgraben oder man traf sich auf einem freien Feld vor der Stadt. Auch eine gewisse Tradition also, dass Schützenfeste heute immer noch häufig auf einem freien Feld stehen.
Gerade die Notwendigkeit steter Übungen führte zur Gründung der Schützengilden und Bruderschaften.
Die ältesten Schützengilden, auch Bruderschaften genannt, sind erstmalig im späteren 13. Jahrhundert belegt, und zwar im nordfranzösisch-belgischen Raum, im Artois, Hennegau, in Flandern und Brabant. Um 1300 gab es dort in fast allen größeren Städten Schützengilden, und diese Organisationsform breitete sich rasch nach Norden und Osten aus. Bereits 1377/78 ist die Dortmunder Schützengilde als die älteste in Westfalen belegt, und im 15. Jahrhundert war das Schützenwesen im gesamten Deutschland organisiert.
Neben den militärischen Zwecken verfolgten diese Gilden und Bruderschaften auch religiöse, sittliche und gesellige Zwecke.
Die Schützen mussten einen einwandfreien Charakter und sittlich und moralisch einen guten Leumund haben. Sie mussten in Freundschaft verkehren. Streit und Uneinigkeit sollten vermieden werden. Fluchen und Gotteslästerungen bei Zusammenkünften waren verboten. Besonders bei festlichen Gelegenheiten wurde streng auf Sitte und Ordnung geachtet, damit Trunkenheit und daraus folgende Schlägereien vermieden wurden.
Um die Schießkünste zu fördern, erhielten die Gilde einmal im Jahr die Gelegenheit, am Vogelschießen zu Übungszwecken teilzunehmen. Dies fand üblicherweise am Maitag oder am fünften Sonntag nach Ostern statt. Man sprach hier von einem Kirchspiel-Vogelschießen.
Während des Schützenfestes erhielt der beste Schütze als höchste Ehrung eine silberne Medaille. In der Folgezeit wurden die erschossenen Medaillen zu einer Kette vereinigt und dem jeweiligen König als Zeichen seiner Würde für den Festtag übergeben. Später hatte der neue König von sich aus sein Schild der Kette beizufügen. Diese alten Königsketten wurden zu Kleinoden der Vereine. Aus ihren Inschriften spricht religiöser Sinn, Berufsstolz, Humor und Lebensweisheit.
Das älteste Schild der Königskette unseres Vereins trägt das Datum 14.07.1834. Der damalige Schützenkönig, Joh. Bernhard Röllmann, gab seinem Schild den Spruch: „ Die Furcht des Herrn ist Ehre, Ruhm und Freude und die Krone des Frohlockens“.
Ausführlich nahm Bernhard Röllmann Stellung zu dem Zeitgeschehen. Er hatte 1912 den Königsschuss getan und erst 1927 kam es zum nächsten Fest. In seinem Schild heißt es: „1912 tat ich den Königsschuss, da war noch die Flagge schwarz-weiß-Rot im Aug, noch haben wir vom bösen Krieg nichts gewusst und Gold gab es im Überfluss. Jetzt hat „die Sach ein ander Gesicht“, der Herr mit uns hielt ein strenges Gericht, das Gold man jetzt kennt nur im Flaggengesicht, 2 Millionen Kameraden der Herr stellte vor sein Gericht. Wir loben den Herrn, der es gemacht und uns gesund hat nach Haus gebracht. Viele Throne hat man beiseite geschafft, doch mich hat man als König bis jetzt noch geacht. Drum Schützenbrüder, wir wollen es wagen jetzt nach 15 langen und bangen Jahren der Jugend mal zeigen, wie es früher gewesen. Gott sei mit uns auf unseren Wegen.“
Unsere Vorgänger war die Bruderschaft des Kirchspiels St. Marien. Die Gründung war ca. um 1330 – 1334. Ihr gehörte neben den drei Bauernschaften (Alstedde, Wethmar und Nordlünen) der Gemeinde Altlünen auch die Altstadt an. Es wird auch angenommen, dass auch der Schützenverein Lünen 1332 hier seinen Ursprung fand, zumal zwischen 1336 – 1340 die Verlegung der Altstadt auf das wenige besidelte Südufer der Lippe erfolgte.
Im Laufe der Zeit wurden aus den Bruderschaften Vereine. Das ist auch unser Werdegang.
Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung fast ausschließlich von der Landwirtschaft.
Im Jahre 1826 wurde von dem Lüner Caspar Diedrich Wehrenbold in Wethmar eine Eisenhütte, der einstigen Eisenhütte Westfalia, erbaut. Er wählte den Standort in Wethmar, direkt an der Lippe, um sie als Wasserkraft und Transportweg zu nutzen. Menschen, die auf der Eisenhütte Arbeit gefunden hatten, siedelten sich hier neu an.
Wir feiern in diesem Jahr unser 175-jähriges Bestehen unseres Vereines, doch er ist älter. Ausdrücklich heißt es 1834: „ Wir feiern dieses Fest als Erneuerung vergangener Feste“. Zu diesem 1834 stattgefundenen Erneuerungsfest erhielten wir eine neue Fahne mit der Aufschrift Schützenverein Altlünen von 1834, die bis heute erhalten ist.
Neben der Fahne besitzen wir nur unsere alte Königskette, die uns Aufschluss über diese „Erneuerung“ gibt.
Laut den Schildern und Inschriften der Königskette ist zu entnehmen, dass nun wieder alle Jahre Schützenfest gefeiert wurde. In schlechten wirtschaftlichen Zeiten wurde allerdings auch schon mal ein oder zwei Jahre ausgesetzt. Dies zeugt von einer sehr vernünftigen Einstellung unserer Vorfahren zu den Realitäten des Lebens.
Ein Zeitdokument aus dem Jahre 1884 gibt einen interessanten Einblick in die damalige Denkensweise der damaligen Zeit.
Am 29. Mai 1884 stellte der Schneider Heinrich Nigge beim Amtmann Döpper das Gesuch in der Zeit vom 22. bis 24. Juni ein allgemeines Bürgerschützenfest zu feiern und bat u.a. um die Aufstellung eines Karussells. Der Antrag wurde wie folgt abgelehnt: „Die Jugend, welche hauptsächlich von dem Karussell Gebrauch macht, nimmt dann auch unzweifelhaft die Gelegenheit wahr, das Schützenfest und den Tanzboden zu besuchen und dies ist keineswegs zu wünschen, sondern es ist vielmehr geboten sie von Vergnügungen dieser Art fern zu halten, damit ihnen die Vergnügungssucht nicht zur zweiten Natur wird.“ Dem Einspruch des Karussellbesitzers beim Landrat wurde übrigens stattgegeben, da keine Gefährdung der Jugend gesehen wurde.
Man darf nicht vergessen, dass zu jener Zeit nur Eingesessene der Gemeinde, aber nicht unter 17 Jahren, zur Teilnahme am Schützenfest zugelassen waren. Dagegen waren alle diejenigen ausgeschlossen, welche wegen Diebstahls, Betrugs oder anderer entehrender Vergehen bestraft, mit ekelhaften oder ansteckenden Krankheiten behaftet oder auf denen sonst ein übler Ruf haftete.
Weiter ist aus alten Protokollen zu entnehmen, dass jedes Mitglied festlich gekleidet sein soll und mit Gewehr und einer weißen Binde um den linken Arm versehen sein soll.
Der Schützenkönig musste gleich auf dem Schießplatz eine Königin wählen, „aber nicht aus demselben Haus, wo er wohnt und nur aus der Zahl des Vereins.“
Durch den schnell anwachsenden Bergbau in Lünen um die Jahrhundertwende bedingt stieg ebenso schnell die Einwohnerzahl.
Als die Zahl der Schützenbrüder aus dem Ortsteil Wethmar ständig wuchs, trennten sich diese von uns und gründeten am 18.02.1900 ihren eigenen Verein, den Schützenverein Wethmar.
Das Verhältnis zu unserem Bruderverein ist bis auf den heutigen Tag ein sehr kameradschaftliches, teilweise sogar freundschaftliches.
Am 14. März 1926 fand in der Gaststätte Otto (Heideblümchen) in Alstedde eine Versammlung statt, in der die Neugründung des Schützenvereis, bzw. die Umbildung der bisherigen Schützengilde in einen Schützenverein beschlossen wurde.
Unter den Nationalsozialisten begann für das Schützenwesen, und damit auch für die Altlüner Schützen, eine schwierige Epoche.
Wurde doch zwangsweise am 15. August 1933 der „Deutschen Schützenbund“ aufgelöst und als „Deutscher Schützenverband“ dem so genannten „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen“ angeschlossen.
Der „Westfälische Schützenbund“ wurde am 1. Januar 1937 aufgelöst. Fortan wurden so die Richtlinien vom Staat vorgegeben.
Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges kam unser Vereinsleben zum Erliegen. Im August des Jahres 1939 wurde das letzte Schützenfest in Alstedde beim „Heideblümchen“ gefeiert.
Den 2. Weltkrieg überstand unsere alte Königskette, auf dem 21 Könige vermerkt sind, in der Obhut der Familie Möllmann/Röllmann.
Nach dem verlorenen Krieg ordneten die Besatzungsmächte an, die Sportwaffen abzugeben, Uniformen und Orden durften nicht mehr getragen werden, und Vereinseigentum wie der Schießstand wurden beschlagnahmt.
Bei Kriegsende 1945 schien es, als sei der Schützengedanke endgültig begraben. Jeder einzelne war mit sich selber beschäftigt, um die Folgen des Krieges zu überwinden. Aber der alte Schützengeist war nicht gestorben, denn schon 1946 wurden den „ Historischen Deutschen Bruderschaften“ des Rheinlandes und Westfalens von den Behörden erlaubt in Schützentrachten öffentlich aufzutreten. Die Argumentationen dieses Verbandes zum deutschen Schützenwesen setzten sich gegenüber den Behörden bis 1950 langsam durch. So durften nach dem Grundgesetz Schützenvereine im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen wieder gegründet werden.
Der „Deutsche Schützenbund“ und der „Westfälische Schützenbund“ wurden 1951 wieder gegründet.
Unser Vereinsleben ruhte bis zum Jahr 1953.
Anlässlich des anstehenden diesjährigen 175-jährigen Jubiläums wurde in den “Annalen” des Vereins geforscht. Hier konnte ausfindig gemacht werden, dass die erste Versammlung zur Wiederaufnahme des Vereins am 23.08.1953, 18.30 Uhr, in der Gaststätte Wienecke-Osthues einberufen wurde.
Vorher, so die Aussage von Gründungsmitgliedern, erinnerte man sich “in froher Runde“ des Kegelclubs „Bergeslust“ der guten alten Zeit und kam hierbei auch auf die in Nordlünen und Alstedde gefeierten Schützenfeste zu sprechen” und man beschloss das Vereinsleben, welches durch die Kriegs- und Nachkriegszeit zum Erliegen kam, wieder aufleben zu lassen. Aus froher Laune heraus improvisierten einige frühere Schützenbrüder, unter ihnen August Jankord, Heinrich Grünewald, Wilhelm Haber Paul Grünewald und Anton (Töns) Wahlers die Aufstellung einer Kompanie, ernannten Offiziere und Unteroffiziere und den Schützenbruder Anton Wahlers zum provisorischen Vorsitzenden, mit dem Auftrag, den Verein wieder aufleben zu lassen. Somit war der Auftakt zur Neugründung des Vereins gegeben.
Zu der o.g. Versammlung erschienen 40 alte Schützenbrüder und Freunde des “Schützengeistes”.
Es war erfreulich zu sehen, dass der gesamte alte Vorstand und die Alten des Vereins erscheinen waren. Die Versammlung wurde von dem Schützenbruder Anton Wahlers geleitet.
Zum 1. Vorsitzenden wurde damals Fritz Krietemeyer gewählt. Zum Ehrenvorsitzenden wurde der Schützenbruder Julius Kirchhoff ernannt.
Weiterer Inhalt der damaligen Versammlung war die Einteilung der einzelnen Bezirke für die 3 Kompanien und die Festlegung des Mitgliedsbeitrages. Dieser wurde auf 1, DM pro Monat festgelegt.
Die Kompanielokale wurden wie folgt bestimmt:
1. Kompanie: Alstedde bis zum Fuchsbach, Gaststätte Ott (Heideblümchen)
2. Kompanie Ab Fuchsbach, Borkerstr. bis einschließlich Glashütte und die Altstadt, Gaststätte Osthues
3. Kompanie Schulstr., Laakstr. und Kappenbergerheide, Gaststätte Petter bzw. Trillmann/Schulze-Thier
Des weiteren wurde die Aufnahme von neuen Mitgliedern besprochen.
Der damalige Schützenvorstand setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Fritz Krietemeyer
2. Vorsitzender: Anton Wahlers
1. Geschäftsführer: Paul Wahlers
2. Geschäftsführer: Heinz Larsen
1. Schatzmeister: Franz Steinweg
2. Schatzmeister: Theodor Möllmann
Beisitzer: Bernhard Möllmann, Theodor Witte, Heinrich Hüser,
Josef Beckmann, Anton Jankord, Theodor Küter, Paul Steinkuhl, Heinz Grotefels, August Grieseholt
Nun konnte die Arbeit beginnen. In der Generalversammlung am 14.02.1954 konnte der Verein bereits 200 Mitglieder verzeichnen. Die Schützensache hatte also regen Zuspruch gefunden und gab den Gründungsmitgliedern den Mut, unser erstes Schützenfest nach dem Krieg zu feiern.
Das Vogelschießen des 1. Schützenfestes im Jahr 1955 wurde damals auf der Weide vom Hof Wienecke, (Karl Osthues), nördlich des Krempelbaches, direkt neben dem Hof Küter, durchgeführt. Schützenkönig wurde damals Hermann Kirchhoff, der als Regentin Ruth Plagge nahm. Die Krönung nahm der damalige Bürgermeister Beckmann vor.
Das Fest war ein voller Erfolg. Hierdurch motiviert wurde das Schützenwesen weiter ausgebaut. Schon bald bildeten sich innerhalb der Kompanien Schießgruppen, die ständig Schießübungen durchführten. Zunächst auf provisorisch eingerichteten Anlagen in den einzelnen Kompanielokalen, die aber immer weiter ausgebaut wurden.
Das sportliche Schießen fand so großes Interesse, dass auf der Generalversammlung im Frühjahr 1956 bereits ein Bataillonsschießwart gewählt wurde. Mit dieser Aufgabe wurde der Schützenbruder Josef Grotefels beauftragt.
Im Oktober 1956 fand dann innerhalb des Bataillons auch das erste „Hubertusschießen“ statt, das bis heute Bestand hat. Sieger bei diesem ersten Vergleichsschießen wurde die zweite Kompanie mit den Schützen W. Schulze, J. Grotefels, P. Schlering und Paul Wahlers.
1957 wurde Fritz Krietemeyer der 28. Schützenkönig. Im Jahre 1927 war Fritz Krietemeyer schon einmal Schützenkönig. Er geht somit als 1. Kaiser in die Vereinsgeschichte ein.
Der 1. Kaiserball fand am 07. Juni 1958 auf dem Hof Middendorf statt.
Am 01.Juli 1959 tritt der Schützenverein dem Westfälischen Schützenbund bei.
Am 01. Oktober 1960 wird der Verein nach der Wiederbegründung nach dem Kriege im Vereinsregister Werne eingetragen. Zu diesem Zeitpunkt umfasst der Verein 253 Schützen.
Am 29.06.1965 wurde erstmalig eine Offiziersbesprechung einberufen, die seitdem jedes Jahr seinen festen Termin vor der Jahreshauptversammlung hat. Einberufen wurde diese Besprechung, da zu diesem Zeitpunkt die Finanzsituation des Vereins nicht „rosig“ aussah und das geplante Schützenfest im Jahr 1966 finanziell noch nicht abgesichert war. Man einigte sich darauf, dass die Offiziere des Vereins eine freiwillige Spende von 5,- DM pro Offizier entrichten. Bemerkenswert war auch, dass die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder jeweils 25,- DM spendeten.
Am 16. April 1967 wird der Schützenkreis Lünen gebildet. Aus unserem Verein gehörten dem Gründungsvorstand Paul Wahlers als 1. Schriftführer und Wilhelm Steinweg als Jugendwart an.
Im Jahre 1971 wird Rudolf Spee der 34.Schützenkönig. Er trägt als 1. Schützenkönig die neue Schützenkette.
Die alte Schützenkette wurde mit einem Gewicht von 1270 Gramm den Schützenkönigen zu schwer.

Am 31.12.74 00,00Uhr wird unsere Gemeinde Altlünen in die Stadt Lünen eingemeindet. Somit sind wir Bürger dieser Stadt geworden. Für unseren Verein hat die Eingemeindung keinerlei Rechtsfolge. Wir bleiben weiterhin der Schützenverein Nordlünen - Alstedde 1834 e.V.

Am 09.08.1975 fand das Kreisbiwak des Lüner Schützenkreises bei „Mutter Stuff“ auf Cappenberg statt. Bei diesem Biwak wurde zum ersten Mal ein Kreisjugendkönig ermittelt. Dieser Kreisjugendkönig wurde unser Schützenbruder Udo Röll aus der 4. Kompanie.

Am 23.02.1975 nahmen erstmalig in der Geschichte unseres Schützenvereines „Schützenschwestern“ an einer Generalversammlung des Vereins teil.
1976 wurde von der 2. Kompanie der kompanieeigene Schießstand „St. Hubertus“ im Ort errichtet, welches von den Schützen in unsagbarem Idealismus und Einsatz in Eigenhilfe erbaut wurde. Die feierliche Einweihung des Heimes fand am 3.Juli mit einer Messe und anschließendem gemütlichem Beisammensein statt.
Auch unsere 3.Kompanie hat es in dem Jahr geschafft eine Stätte zum Schießen zu schaffen, denn ebenfalls in Eigenleistung errichteten sie einen Schießstand in den Räumen der Glashütte in der Döttelbeckstraße. Bei der Einweihung, welche schon am 27.März erfolgte, konnten die Beteiligten stolz zeigen was für dicke Betonmauern durchgestemmt werden mussten, um diese Stätte zur errichten.
Im Jahr 1977 gründete sich auch die erste Damenschieß-gruppe unseres Vereines.
In der Jahreshauptversammlung am 27.02.1977 wurde festgelegt, dass die Bestrebungen nach „Gemeinnützigkeit“ des Vereins vorerst fallen gelassen werden. Dieser Zustand dauerte bis in das Jahr 2008 an.
Mit den anderen Vereinen der ehemaligen Gemeinde Altlünen begingen wir am 19. November des Jahres 1978 zum ersten Mal den Volkstrauertag in der Aula des Gymnasiums.
Nach einem Beschluss der Jahreshauptversammlung im Jahre 1981 wurden Embleme für die Uniform eingeführt. In goldfarbenen Buchstaben prangt die Aufschrift „ Schützenverein Nordlünen-Alstedde von 1834 e.V. mit dem Königsadler und einer Schießscheibe.
Im Jahre 1983 wird erstmalig wird in der Vereinsgeschichte ein „Tanz in den Mai“ durchgeführt. Veranstaltungsort war der Hof des amtierenden Kaisers Rudi I. (Spee), auf der Laakstr..
Beim Biwak des Schützenkreises Lünen im Jahre 1983 in Brambauer schießt der damalige Spieß der 3. Kompanie, Horst Falk den Vogel von der Stange und wird Schützenkreiskönig. Mit Bernhard Jäger von der 1. Kompanie, der die Krone abschoss und Dieter God von der 4. Kompanie, , der das Zepter errang, waren zwei weitere Schützen beim Kreisbiwak erfolgreich.
1984 wurde die 150-Jahr Feier der Wiederbegründung im Jahre 1834 gefeiert. Auftakt zu den Feierlichkeiten war eine Fotoausstellung mit alten Urkunden, Orden, Bildern und Zeitungsausschnitten in der Sparkasse Löwen-Köster-Str. und Alstedder Str.. Höhepunkt der Festivitäten war am Sonntag der große Festumzug, der unter dem Motto stand „Im Wandel der Zeit“. Und dafür hatten sich die Schützen allerlei einfallen lassen. In historischen Kostümen gekleidet, wurde der Festumzug zu einem großen Erfolg. Die Schützenkönigin Annette, sowie die Frauen des Hofstaates trugen Biedermeierkleider. Besondere Beachtung fanden die Festwagen mit den Motiven: Spinnrad, Töpferin, Schmiede, Stellmacher, Bauernfamilie aus Gerleve, Blumen, Musikkapelle, und Brot. Die „alte Königskette“ wurde von Hermann Kirchhoff, der von 1955 – 1957 Schützenkönig war, getragen.
Dieser erschien in Gehrock, Zylinder und Schärpe. Eskortiert wurde er von seinen beiden Adjutanten Wilhelm Borgschulze und Karl Schürmann.

Am 01. April 1985 wird erstmalig eine Damenschießgruppe ins Leben gerufen. Das Team unter der Leitung von Roswitha Ertl hat sich der 2. Kompanie angeschlossen.

Am 24.09.1987 hat die Gründungsversammlung des Vereins „Sportschützen Nordlünen e.V.“ stattgefunden.
Der Gründungsakt wurde von 36 anwesenden Personen vollzogen.
Nachstehende Funktionen wurden wie folgt besetzt:
1. Vorsitzender: August Budde
2. Vorsitzender: Karl Wittken
1. Kassierer: Klauslothar Beellwon
2. Kassierer: Heinz Dorn
1. Schriftführer: Thomas Vieth
2. Schriftführer: Jutta Vieth
Schieß-/Sportwart: Karl Wittken
Pressewart: Bernd Dittmeyer
Auf dem Königsball im Jahre 1987 wird erstmalig in der Vereinsgeschichte eine Frau in den Offiziersrang gehoben. Zum Leutnant wurde Anette Witt von 3. Kompanie für ihre außergewöhnlichen Leistungen für das Schützenwesen befördert.
Beim Schützenfest im Jahr 1988 wird erstmalig in der Vereinsgeschichte des Schützenvereins eine Frau Schützenkönigin. Sieglinde Rotte aus der 3. Kompanie schoss beim Vogel-schießen den Vogel herunter und regiert nun als Sieglinde I. mit ihrem Prinzregenten Hans I. (Witt) für zwei Jahre das Altlüner Schützenvolk.
Am 27.05.1989 wurde die neue Bataillonsfahne feierlich eingeweiht.
Auf der Generalversammlung am 16.03.90 wurde die fünfte Kompanie ins Leben gerufen.

Aufgrund eines Antrages der „Freien Gruppe“, eine 5.
Kompanie zu werden, wurde auf Antrag geheim abgestimmt:
76 Ja Stimmen zur Neugründung der 5. Kompanie
21 Nein Stimmen
21 Stimmenthaltungen
10 ungültige Stimmen

Am 20.02.1990 stellte der damalige Führer der „freien Gruppe“, Karl-Heinz Röll den Antrag zur sofortigen Ernennung der „Freien Gruppe“ zur 5. Kompanie im Schützenverein Nordlünen-Alstedde von 1834 e.V..

In dem Schreiben an den 1. Vorsitzenden, Siegfried Müller, heißt es:
Mehrere Schützenbrüder haben aus verschiedenen Gründen die 4. Kompanie verlassen.
Da Sie gerne Mitglieder des Schützenvereins Nordlünen-Alstedde bleiben wollten, aber nicht bereit waren sich einer anderen Kompanie anzuschließen, wurde mit Zustimmung des geschäftsführenden Vorstandes zunächst die „Freie Gruppe“ gebildet.
Die Beiträge wurden in vollem Umfang weiter abgeführt.
Mittlerweile ist diese Gruppe durch Neuaufnahmen nach anfänglich 9 Personen, auf 26 Personen angewachsen.
Auf unserer Versammlung am 4.2.90 wurde einstimmig der Beschluss gefasst, einen Vorstand zu wählen, mit folgendem Ergebnis:

Führer der "Freien Gruppe" Karl Heinz Röll
Stellv.Führer Fritz Wewers
1.Kassierer Fritz Zimmermann
2.Kassierer Ulrich Röll
1.Schriftführer Karl Heinz Röll
2.Schriftführer Hans Hirschfeld
Spieß Rolf Sieg
1.Kassenprüfer Brigitte Evert
2.Kassenprüfer Ingrid Röll

Als Kompanielokal steht uns nach Absprache mit dem Wirte-ehepaar das Lokal "Haus Otto" auf der Cappenberger Straße zur Verfügung.
Um in naher Zukunft auch weiterhin im Schützenverein Nordlünen-Alstedde von 134 e.V. mitzuwirken, stellen wir unter Anerkennung der gültigen Satzung vom 31.8.1979 folgenden Antrag:
Zu der am Freitag den 16.März 1990 stattfindenden Jahreshauptversammlung der "Freien Gruppe" den Namen „5. Kompanie“ erteilen.
Wir bitten, diesem Antrag wohlwollend zuzustimmen, da auch zeitlich damit verbunden noch mehrere Kompaniegegenstände zur Beschaffung anstehen, (Standarte usw.), sowie Vorberei-tung zum diesjährigen Schützenfest.
Wir werden bemüht sein, auch weiterhin gute Zusammenarbeit zu leisten und dem Verein die Treue zu halten.
Sollte unserem Antrag stattgegeben werden, bitten wir darum folgenden Kompaniefarben zuzustimmen:

- Standarte in Grün mit Silber besetzt
- Schützenjacke mit einer grün/weißen Kordel am Kragen

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums seit der Wiederbegrün-dung des Schützenvereins im Jahre 1953 feierte der Schützen-verein Nordlünen-Alstedde sein Bataillons-Biwak im Jahr 2003 am Samstag, 06.09.03 auf “traditionellem Boden”.
Der Schützenbruder Theo Küter hatte das Gelände seines Bauernhofes auf der Borker Str. 134 dem Bataillon des Schützenvereins Nordlünen-Alstedde für das Bataillons-Biwak zur Verfügung gestellt. Theo Küter selber ist Schützenbruder des Bataillons seit dem Jahre 1955 und bekleidet den Rang eines Leutnants. Der Name Küter ist eng mit der Geschichte Altlünens und der Nachkriegsgeschichte des Schützenvereins Nordlünen-Alstedde verbunden.
Das Vogelschießen des 1. Schützenfestes im Jahr 1955 wurde damals auf der Weide vom Hof Wienecke, (Karl Osthues), nördlich des Krempelbaches, direkt neben dem Hof Küter, durchgeführt. Schützenkönig wurde damals Hermann Kirchhoff, der als Regentin Ruth Plagge nahm.
Durch den Bataillonskommandeur, Bruno Lange, erfolgte die Ehrung von insgesamt 17 Gründungsmitgliedern, die ihr 50-jähriges Jubiläum feierten und an der Wiederbelebung des Schützenwesens in Nordlünen mitverantwortlich waren.
Folgende Schützen wurden geehrt:
Borgschulze, Wilhelm
Honermann, Paul
Melis, Egon
Otto, Helmut
Steinweg, Franz
Auferoth, Ludger
Borgert, Walter
Borgert, Heinrich
Bössing sen., Heinrich
Brune sen.,Norbert
Herden, Willi
Spee, Rudolf
Rehkopp, Günter
Grube, Karl
Ahland,Karl
Bergmann, Ewald
Schock, Paul
Aber auch alle noch lebenden Ex-Majestäten, folgten der Einladung zum Jubiläumsbiwak.


Folgende Ex-Majestäten waren der Einladung gefolgt:
1959 Maria Trillmann
1971 Rudolf Spee mit Brigitte Jankort
1975 Maria Pfennig
1977 Norbert Brune
1979 Resi Brune.
1982 Rudolf Spee und Annette Lange
1988 Sieglinde Rotte und Hans Witt
1992 Horst Falk und Ingrid Falk
1994 Heinrich Opitz
1996 Wilhelm Busemann und Margret Busemann
1998 Werner Anderson und Walburga Otto
2000 Harald Lux und Anke Lux

Nach diesem offiziellen Teil der Veranstaltung feierten die Schützen in geselliger Runde. Hier konnten die „alten Schützen“ miterleben, dass der „alte Schützengeist“ mit der Nachfolge-Generation im Schützenvolk Nordlünen-Alstedde weiterhin ungebrochen ist. In vielen Gesprächen gelang es den alten Schützenbrüdern, ihren Nachfolgern, die damalige Zeit wieder transparent zu machen.
Am 04.08.2007 fand das erste gemeinsame Biwak mit unserem Bruderschützenverein aus Wethmar auf dem Gelände des Fußballvereins „Westfalia Wethmar statt.
Am 03.12.2008 wurde die „Gemeinnützigkeit für den Verein erzielt. Die neue Satzung ist seit diesem Zeitpunkt in Kraft.
In der Zeit vom 20. – 22. Juni 2009 feierten wir unser Schützenfest anlässlich des 175-jährigen Bestehens unseres Vereines.

Wie die Entwicklung des Schützenvereines und die seiner fünf Kompanien bis in unsere heutige Zeit im Detail voran ging, ist auf der neu eingerichteten Internet-Seite des Vereines zu lesen.
(www.nordluener-schuetzen,de).

Horrido
Ingo Schinck
(Geschäftsführer)