“Jubiläumsschützenfest vom 02. bis 04. Juni 1984 zum Anlass des 150-jährigen Bestehens”

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Mit Böllerschüssen kündigten am Samstagnachmittag die Schützen von Nordlünen-Alstedde den Beginn ihres Jubiläumsschützenfest an und hofften dabei, das mit den Böllerschüssen auch der „Wettergott“ gnädig gestimmt wurde.

Denn bedingt durch das Regenwetter stand der Festplatz unter Wasser und das Festzelt konnte erst nach Abpumpen des „kleinen Sees“ durch die Freiwillige Feuerwehr aufgebaut werden.

Um 16.00 Uhr trat das Bataillon am „Haus Bössing“ auf der Laakstr. an, um anschließend unter der musikalischen Begleitung des Spielmannzuges „Alte Kameraden“ zum amtierenden Kaiserpaar Rudi (I) Spee und und Annette (I) Lange zu marschieren. Kaiser Rudi (I) Spee ließ es sich nicht nehmen, sein Schützenvolk mit einem Umtrunk auf die kommenden Tage einzustimmen.

Erstmalig trat eine Wachkompanie mit 12 Schützen in Aktion.

Folgende Ehrungen, Auszeichnung und Beförderungen wurden während des Aufenthaltes beim Kaiserpaar ausgesprochen:

Theo Grünewald, 50-jährige Mitgliedschaft,

Bernhard Grunewald, Klaus Neumann, Waldemar Bruver, Dieter Glaubitt, Rudolf Spee, Herbert Toppmöller, Wilhelm Hülsbrink und Franz Merten, 25-jährige Mitgliedschaft

August Budde und Heinz Küppers, Ehrennadel

Udo Hageneuer, Verdienstnadel

Bruno Lange, Roswitha Ertel, Karl Wittken, Karen Wellerdiek, Peter Preuschhoff, Vereinsmedaille

Rudi Spee, Kaiserorden

Beförderungen:

Anton Honermann, Günter Gössing, Karl-Heinz Röll Heinrich Frye, Siegfried Müller, Oberleutnant

Clemens Hoppe, Werner Ciesla, Paul Schletting, Leutmant

V orsitzender August Stallmann, der die Ehrungen vornahm, wurde mit einem „Hirschfänger“ ausgezeichnet.

Vom Anwesen des Schützenkaisers ging es mit „klingendem Spiel“ zum Gymnasium Altlünen, wo in der Aula ein Festgottesdienst von Dechant Walter Rensing zelebriert wurde.

Erstmalig in der Geschichte des Schützenvereins fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung ein „großer Zapfenstreich“ auf dem Schulgelände des Gymnasiums Altlünen statt, bei dem Feuerwehrleute Fackeln trugen und zwei Feuerschalen den Blick auf sich zogen. Mitwirkende waren das Trommler- und Pfeifferkorps „Alte Kameraden“ unter der Leitung von Willi Herden und die Blaskapelle des Landesmusikkorps Verband deutscher Soldaten Marl unter der Leitung von Frank Gnatowski.

Die abendliche Jubiläumsveranstaltung im Festzelt um 20.00 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende August Stallmann. Nach dem Einzug der amtierenden Regenten und Ex-Majestäten begrüßte August Stallmann die Ehrengäste, darunter u.a. Ehrenpräsident Rektor i.R. Aloys Siegeroth und Paul Wahlers. den Schirmherrn Bürgermeister Hans-Werner Harzer, der Vizepräsident des Westfälischen Schützenbundes, Walter Ungemach, der Vorsitzende des Schützenkreises Lünen, Herbert Vodisek, Kreiskönig Horst Falk und Pfarrer Walter Rensing.

Als Vertretet der SPD kam Wolfgang Mowinkel, Friedhelm Schröter repräsentierte die CDU.

Nach den Willkommensgrüßen ging August Stallmann auf den Werdegang des Vereins ein, der sich in den letzten Jahren durch Fleiß und viel Einsatz in der Pflege der Vereinsarbeit und des Schießsports zu einem angesehenen Schützenverein entwickelt habe.

Der Schirmherr, Hans-Werner Harzer wies auf die Bedeutung dieses Traditions- und Jubiläumsfestes als sichtbares Zeichen der Verbundenheit zur Heimat hin und wünschte den Schützen ein gutes Gelingen. Anschließend überreichte Harzer dem Verein ein Geldgeschenk mit Präsent.

Herbert Vodisek, Vorsitzender des Schützenkreises Lünen, überbrachte die Grüße der angeschlossenen Schützenvereine und überreichte einen gravierten Zinnteller.

Walter Ungemach, Vizepräsident des Westfälischen Schützenbundes, stellte in seiner Festrede vor allem die Erhaltung von Tradition und väterlichem Brauchtum als Sinn und Zweck des Schützen- Jubelfestes in den Vordergrund und händigte im Anschluss an seine Rede dem Verein eine Bronze-Plakette des deutschen Schützenbundes mit der Unterschrift des Präsidenten Andreas Hartinger.

Abschließend sprach der 1. Vorsitzende, August Stallmann dem scheidenden Königspaar und allen vorherigen, die, jedes auf seine Weise, den Verein repräsentierten, den Dank aus.

Dem scheidenden Königspaar wurde durch August Stallmann ein Abschiedsgeschenk im Namen des Bataillons überreicht.

Das vom Kaiserpaar gestiftete Fahnenband für die Vereinsfahne nahm der frisch ernannte Fahnenoffizier Wolfgang Ertel entgegen.

Den Königsorden erhielten: Hans Blanke, Thomas Gössing, Werner Anderson, Friedrich Begmann, Werner Ott, August Stallmann, Heinz Frye, August Budde, Siegfried Müller, Josef Schweigmann, Dieter God, Inge Spee, Sielinde Rotte, Bärbel Stehr, Clemens und Bruno Lange.

Dem Prinzgemahl Bruno Lange überreichte Kaiser Rudi Spee einen „Hirschfänger“.

Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens erhielten alle Ex-Majestäten nach dem 2. Weltkrieg, die erschienen waren, ein Foto der alten Königskette mit einer entsprechenden Urkunde übergeben.

Nach dem offiziellen Teil eröffnete das Kaiserpaar Rudi (I) und Annette (I) mit dem Königswalzer den geselligen Teil, bei dem die Tanzcombo des Landesmusikcorps Marl zum Tanz bis in den frühen Morgen aufspielte.

Der Sonntag begann bei strahlendem Wetter um 10.00 Uhr mit einer Wachparade des neu formierten Wachzuges unter der Leitung von Rudi Borgert und einem anschließenden Frühschoppen im Festzelt.

Viel Beifall gab es für das „Tamboers en Trompetter Korps Prinz Willen Alexander“ aus Zwolle und den „Alten Kameraden“.

Um 15.00 Uhr fand der Empfang der Gastvereine statt. Eingefunden hatten sich die Schützenvereine aus Wethmar, Bork, Lünen, Brambauer Lünen-Süd und Cappenberg, sowie der Knappenverein „Glück-Auf“ Alstedde und die Feuerwehr.

Der anschließende „große Umzug“ stand unter dem Motto „Im Wandel der Zeit“. Und dafür hatten sich die Schützen allerlei einfallen lassen. In historischen Kostümen gekleidet, wurde der Festumzug zu einem großen Erfolg. Die Schützenkönigin Annette, sowie die Frauen des Hofstaates trugen Biedermeierkleider.

Besondere Beachtung fanden die Festwagen mit den Motiven: Spinnrad, Töpferin, Schmiede, Stellmacher, Bauernfamilie aus Gerleve, Blumen, Musikkapelle, und Brot.

Aber auch der Wagen der Karnevalsgesellschaft „Böse Buben“, sowie die „alte Feuerwehrspritze“ fanden Applaus.

Die „alte Königskette“ wurde von Hermann Kirchhoff, der von 1955 – 1957 Schützenkönig war, getragen. Dieser erschien in Gehrock, Zylinder und Schärpe. Eskortiert wurde er von seinen beiden Adjutanten Wilhelm Borgschulze und Karl Schürmann.

Mit einem vielseitigen Programm begann der „Heimatabend“ um 20.00 Uhr, zu dem alle Vereine aus Nordlünen und Alstedde beitrugen. Der Abend unter der Leitung von Günter Tilgener wurde zu einem großen Erfolg.

Am Montag war dann soweit. Die Frage lautete: „Wer wird neuer Schützenkönig?

Der 14. Schützenvogel nach dem Kriege, den Fritz Bremerich nach einem Nachbild des Adlers im „Altenberger Dom“ hergestellt hatte, wurde zum Schuss freigegeben.

Das Schießen wurde vom Zelt aus gestaltet, da der Platz unter Wasser stand und es in Strömen regente.

Die Insignien wurden wie folgt vergeben:

* Bernhard Grünewald, 1. Komp., Zepter
* Kürgen Schlienkam, 3. Komp., Krone
* Alfred Dreier, 1. Komp., Apfel
* Harald Lux, 2. Komp., rechter Flügel
* Otto Witt, 3. Komp., linker Flügel

Königsaspiranten waren: Norbert Brune, Edmund Heyting, Egon Wilscheck und Heinrich Frye.

Nach dem 344 Schuss stand es fest. Der 40. Schützenkönig heißt: Heinrich (V) Frye. Zu seiner Mitregentin ernannte der neue Schützenkönig seine Ehefrau Anni (II) Frye.

Das neue Schützenkönigspaar wurde um 18.00 Uhr von dem Schirmherrn, dem Bürgermeister der Stadt Lünen, Hans-Werner Harzer gekrönt.

Das Finale der 150-Jahrfeiere bildete dann um 20.00 Uhr der große Festball. Die Dance-and Show-Band „Los Toros“ lockte die zahlreich erschienen Gäste von Tischen und Tresen bis spät in die Nacht auf die Tanzfläche.

Horrido

Ingo Schinck
(Presse- und Sozialwart)